Raus aus der Selbstsabotage- So unterscheidest du zwischen Saboteur und Schweinehund

Raus aus der Selbstsabotage- So unterscheidest du zwischen Saboteur und Schweinehund

Ein Gastartikel von Michaela Muthig

Hast du an Neujahr auch gute Vorsätze gefasst?

Zum Beispiel dass du unbedingt 10kg abnehmen und mehr Sport treiben möchtest?

Oder vielleicht hast du dir vorgenommen, endlich mal `Klar Schiff` auf deinem Schreibtisch zu machen und die Papierstapel abzubauen, die so ganz langsam die Dimensionen eines Mount Everest annehmen.

Und wie geht es mit deinen Plänen voran? Konntest du deine Vorhaben bis jetzt umsetzen?

Falls nicht, lohnt es sich auf jeden Fall, einmal genauer hinzuschauen, warum du es einfach nicht auf die Reihe bekommst, dein Verhalten zu ändern.

„Weiß ich schon“, magst du jetzt vielleicht sagen. „Das ist der Schweinehund.“

Das kann sein. Es ist gut möglich, dass dein innerer Schweinehund dich davon abhält, deine Vorhaben umzusetzen.

Aber es kann auch jemand anders sein, der dahinter steckt. Nämlich dein innerer Saboteur.

„Ist das nicht dasselbe?“ – Nein, ist es nicht.

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Der Unterschied zwischen Schweinehund und Saboteur

Meinen inneren Schweinehund stelle ich mir als ein recht faules, wabbeliges Wesen vor, das immer dann schwer auf mir liegt, wenn ich gemütlich im Bett liege oder auf der Couch sitze.

Dieser phlegmatische Zeitgenosse mag sich einfach nicht bewegen, mag keine Anstrengung und will die schönen Momente und das gemütliche Leben jetzt nicht einfach aufgeben.

Dass es uns langfristig damit nicht gut geht, das nimmt er in Kauf, beziehungsweise ist es ihm noch nicht einmal bewusst. Denn der Schweinehund ist einfach ein bisschen dumm.

Ganz anders der innere Saboteur.

Der ist viel gerissener. Er weiß sehr wohl, welche Konsequenzen dein Verhalten hat, und er schreckt auch vor Anstrengung nicht zurück.

Denn er hat ein klares Ziel vor Augen: Er will, dass dein Vorhaben scheitert!

„Wieso?“

Magst du jetzt vielleicht verwundert fragen…

Warum will der Saboteur, dass dein Vorhaben scheitert? Es gibt ja schließlich gute Gründe, warum du dir dieses Ziel gesetzt hast.

Mag sein. Aber dein Saboteur hat auch gute Gründe, warum er das Projekt stoppen will. Welche Gründe das sind, das musst du herausfinden:

Meist behindert dich dein Saboteur, wenn er befürchtet, dass du mit dem Projekt deinen Selbstwert oder deine Identität aufs Spiel setzen könntest. Oder dass sich dein Leben in eine Richtung entwickelt, die dir langfristig nicht gut tut.

Er versucht also, dich vor Schaden zu bewahren, und zwar um jeden Preis. Und realisiert dabei gar nicht, dass er selbst durch seine Sabotage-Aktionen dazu beigetragen hat, dass du langfristig Schaden nimmst.

Wenn du mehr über die Motive des Saboteurs nachlesen möchtest, dann komm auf meine Website Coaching-azur.de. Dort findest du mehr Input zu diesem ziemlich komplexen Thema.

Warum muss ich die beiden denn voneinander unterscheiden?

Es ist sehr wichtig, den Unterschied zwischen dem inneren Schweinehund und dem Saboteur zu kennen, denn beide müssen ganz unterschiedlich behandelt werden.

Nehmen wir das Beispiel Joggen gehen:

Es kann sein, dass du gerade träge bist. Dein Bett ist so schön kuschelig, draußen stürmt und regnet es und du willst jetzt nicht aufstehen und joggen gehen.

Vermutlich steckt dann dein innerer Schweinehund dahinter.

Und bei ihm lohnt es sich durchaus, einfach mal die Pobacken zusammen zu kneifen und raus aus dem Bett zu gehen.

In dem Fall wirst du Erfolg haben, wenn du dir Ziele setzt und diese für mindestens 4-6 Wochen durchhältst. Dann bilden sich nach und nach Gewohnheiten.

Deinen Schweinehund setzt du sozusagen auf Diät. Der wird immer kleiner und schwächer und irgendwann findet er das morgendliche Joggen auch ganz gut.

Wie gehe ich nun mit dem inneren Saboteur um?

Ganz ganz anders.

Der Saboteur will dich nicht am Joggen hindern, weil es im Bett gerade so gemütlich ist, sondern weil er von bestimmten Glaubenssätzen ausgeht.

Zum Beispiel „Sport ist Mord“.

Vielleicht hat sich jemand in deiner Gegenwart mal über Jogger lustig gemacht. Oder du bist innerlich davon überzeugt, dass du nicht fürs Joggen gemacht bist…

Ganz egal, welchen Grund dein Saboteur hat, es ist nicht die Bequemlichkeit.

Gegen den inneren Saboteur kommst du mit reiner Disziplin nicht an. Der hat immer das letzte Wort. Er flüstert dir ein, dass du erst dieses oder jenes tun solltest. Oder dass du auf gar keinen Fall jetzt an Sport denken kannst, wenn doch gerade deine beste Freundin Liebeskummer hat.

Im schlimmsten Fall sorgt er dafür dass du dir ein Bein brichst und deswegen nicht joggen kannst.

Wenn du also eigentlich motiviert bist, dein Vorhaben durchzuführen, und es kommt ständig etwas dazwischen, dann solltest du nicht über das gemeine Schicksal schimpfen, sondern herausfinden, ob es nicht dein eigener Saboteur ist, der heimlich deine Pläne durchkreuzt.

Wenn du mit dem Saboteur zurechtkommen möchtest, musst du ihn davon überzeugen, dass es wirklich eine gute Idee ist, dieses Projekt nun erfolgreich anzugehen. Dafür solltest du natürlich die Motive des Saboteurs kennen.

Und du brauchst Gegenargumente.

Aber je besser du deinen Saboteur kennst, desto leichter kannst du ihn auf deine Seite ziehen. Es lohnt sich also, diesen ungeliebten Zeitgenossen näher kennen zu lernen. und ihn zu deinem Verbündeten zu machen.

Kommen wir also nun zum Fazit:

  1. Saboteur und Schweinehund sind nicht dasselbe. Und mit beiden musst du anders umgehen.
  2. Den Schweinehund bekommst du in den Griff, indem du einfach diszipliniert dein Vorhaben umsetzt, auch wenn du gerade gar keine Lust darauf hast. Je länger du das tust, desto mehr kannst du diesen Bequemlichkeitsfanatiker überzeugen, dass es gar nicht so schlimm ist, was du tust. Und irgendwann wird es zur Routine.
  3. Gegen den Saboteur hilft reine Disziplin nicht. Er findet Wege, um dafür zu sorgen, dass du dein Projekt aufgeben musst. Mit dem Saboteur musst du anders umgehen und mit ihm verhandeln. Wenn du ihn überzeugen kannst, wird aus einem vermeintlichen Gegner ein wirklich hilfreicher Verbündeter.

Mehr zum Umgang mit dem Saboteur und zu den Hintergründen von Selbstsabotage findest du auf meiner Website Coaching Azur – Wissensbereich Selbstsabotage